Sonntag, 26. August 2007

Technik: Sinkende innere Stärke

Einfluss-Beurteilung
Faktorwert:-8
Relevanz:2

Die seit dem 17. August anhaltende Aufwärtsbewegung ist mittlerweile relativ stark ausgereizt. Im kurzfristigen Kontext ist zudem erkennbar, dass die Handelsumsätze relativ zu den effektiven Notierungen stark negativ divergieren, was für eine Abnahme der inneren Stärke des kurzfristigen Aufwärtstrends spricht.

Ich rechne relativ stark damit, dass nächste Woche der aufwärts gerichtete Keil bei stark anziehendem Handelsaufkommen und rückkehrender Volatilität nach unten durchbrochen wird. Eine Beschleunigung des Aufwärtstrends zu Beginn nächster Woche ist zwar nicht auszuschliessen, jedoch aus meiner Sicht ziemlich unwahrscheinlich.

Corporate: Earningseason abgeschlossen

Einfluss-Beurteilung
Faktorwert:-2
Relevanz:1

Unternehmensseitig ist das wesentliche inzwischen gegessen. Nächste Woche anstehende Zahlen werden kaum marktbestimmend sein. Abgesehen davon könnten eventuell die Zahlen von Dell, DaimlerChrysler oder Vivendi gewisse Impulse liefern, welche jedoch vernachlässigbar sein dürften für die Märkte insgesamt.

Macro: Zunehmend Anzeichen eines Subprime-Spillovers

Einfluss-Beurteilung
Faktorwert:-1
Relevanz:3

Nachfrageseitig scheint sich die US-Wirtschaft nachwievor stabil zu entwickeln. Insofern bestätigen die harten Fakten den einigermassen positiven Ausblick der Fed, welche (noch) von einem moderaten Wachstumspfad spricht.

In jüngster Zeit müssen jedoch seitens Konsum erste deutliche Warnsignale festgestellt werden. Speziell das Vertrauen der US-Konsumenten hat sich während den letzten 1-2 Monate - verursacht durch die offenkundigen Probleme an den Finanz- und Kreditmärkten - drastisch verschlechtert.
Auch am Arbeitsmarkt sind erste Schwächen festzustellen.

Auf Sicht der anstehenden Wochen und Monate rechne ich mit einer deutlichen Abschwächung der Nachfrageseite, die in zunehmenden Masse den Druck auf die Aktienmärkte - und folglich auf die Fed - erhöhen dürfte.

Ingesamt sind die bis jetzt feststellbaren Messgrössen jedoch noch zuwenig deutlich und aussagekräftig, um von dieser Seite grösseren Einfluss auf die Aktienmärkte auszuüben.

Fed: Weniger Repos & Zinssenkung im September eskomptiert

Einfluss-Beurteilung
Faktorwert:5
Relevanz:2

Seit der Diskontsatzsenkung der US-Notenbank vom 17. August, wurden weitere substanzielle Eingriffe in den Geldmarkt durch temporäre und permanente Offenmarkt-Transaktionen durchgeführt.

Angesichts einer weiterhin stabilen Realwirtschaft und Inflationsraten am oberen Ende des nachhaltig Erträglichen, wäre eine allfällige Zinssenkung im September nicht gerechtfertigt.

Dennoch wird von den Finanzmärkten eine Senkung der Fed-Fund-Rate um 50 Basispunkte erwartet. Die Marktteilnehmer sind sich sicher, dass die US-Zentralbank auch in dieser Krise keine grösseren Bereinigungen zulassen wird, sondern präventiv Liquidität zur Verfügung stellt.

Angesichts der aktuellen Notierungen an den Finanzmärkten und den Realwirtschaftlichen Kennzahlen, ist mit einer Zinssenkung von 25-50 Basispunkten anlässlich des regulären Meetings Mitte September zu erwarten.

Sentiment: Hoffnung auf den Greenspan-Put

Einfluss-Beurteilung
Faktorwert:4
Relevanz:3
Seit dem Tiefstand kurz vor der US-Diskontsatzsenkung konnten sich die hoffnungsvollen "Buy-On-Dips"-Anleger weitestgehend ungestört an steigenden Kursen erfreuen.

Vordergründig erhält man tatsächlich den Eindruck, als liessen sich die Wogen durch den Greenspan-Put glätten. Eine nicht zu vernachlässigende - offenbar zuletzt bestimmende - Marktteilnehmerschaft ist der Meinung, dass die Fed die notwendigen Schritte tun kann/wird, welche zu einer Normalisierung an den Kreditmärkten führen.

Die Handelsumsätze der letzten Woche lassen mich stark bezweifeln, dass die jüngsten Aufhellungen im Sentiment stark fundamentiert sind.
Zuversicht ist zwar durchaus vorhanden. Man - bzw. ich - wird jedoch das Gefühl nicht los, dass die Marktstimmung extrem fragil und anfällig auf Exogene-Störfaktoren zu sein scheint.

Freitag, 24. August 2007

New Home Sales


Die mit Spannung erwarteten Zahlen zu den Verkäufen neuer Häuser werden meiner Ansicht nach den Abwärtstrend deutlich [-9] untermauern. Etwas unsicher [5] scheint mir jedoch, inwiefern diese Zahlen die Kurse treiben werden.
Ich gehe davon aus, dass die Märkte bis zur Publikation um 16:00 keine besonderen Bewegungen an den Tag legen werden.
Technisch einigermassen brisant scheint mir der ansteigende Keil [-8] bei extrem niedrigen Umsätzen in den US-Leitindices. Das Verlassen dieser Wedge - infolge schwacher Wirtschaftszahlen - dürfte relativ zügig [4] sinkende Notierungen bei überdurschnittlichen Volumen zur Folge haben.

Donnerstag, 23. August 2007

Neues Tool

Zweck des Teils ist die Quantifizierung der kurzfristig relevanten Einflussgrössen.

Wirkungsgrad und Intensität der jeweiligen Einflussgrössen entsprechen meiner subjektiven Wahrnehmung.

Kursziele und Limiten für SMI und S&P500 Index werden ab sofort dynamisch, basierend auf den Einflussgrössen berechnet.
Dadurch soll in Zukunft vermieden werden, dass Limiten und Kursziele völlig willkürlich angepasst werden.

Inkonsequenz ist somit nur noch möglich bei der Festlegung der Einflussgrössen selber.

Ich denke, mit diesem Tool lassen sich die einzelnen relevanten Kurstreiber noch systematischer - und hoffentlich auch objektiver - beurteilen. Die Positionierung wird im Endeffekt auch für mich selber stärker nachvollziehbar.
(ein "Rating" zw. -1 und +1 wäre folglich definitiv eine Flat-Position)


Der Weekly Eyeopener wird nicht mehr aktualisiert, da ich den zusätzlichen Nutzen im Verhältnis zum Aufwand kaum noch sehe. Der Blog ist aktuell genug.