Samstag, 15. September 2007

Schwierige Ausgangslage

Kommende Woche steht ganz im Zeichen der Vertrauensfindung.
Gemessen an den Kursniveaus der Finanzmärkte scheint eine Zinssenkung von 25 Basispunkten mehr als eingepreist zu sein. Es stellt sich nun zum einen die Frage, ob die US-Notenbank sich zu einer Reduktion von 50BP hinreissen lässt oder nicht. Und zum anderen ist nicht ganz klar, inwieweit die Märkte von einer derart massiven Lockerung der Geldpolitik abhängig sind.

Für mein Dafürhalten ist eine Senkung von 25 Basispunkten zu 100% garantiert. Eine Reduktion von 50 Basispunkten hat für mich eine Wahrscheinlicheit von 30-40%.

Bis zum Entscheid am Dienstag Abend stehen noch einige relativ wichtige Wirtschaftszahlen zur Publikation an.
In Anbetracht der Kursentwicklung der letzten Woche, gehe ich von einem nach oben hin beschränkten Verlauf der Notierungen aus.
Nicht auszuschliessen ist, dass die Liquiditätsprobleme der Hypothekenbank Northern Rock nächste Woche noch weitere Kreise ziehen wird.

Ob die Märkte nach dem Zinsentscheid und der darauf hin folgenden Volatilität kurzfristig positiv oder negativ tendieren, hängt stark von der dann akut vorherrschenden Stimmung ab.
Ich werde deshalb voraussichtlich am Dienstag Nachmittag über eine allfällige Neu-Positionierung entscheiden.

In Anbetracht des ab nächsten Mittwoch folgenden Restprogramms, kann die weitere Reise ziemlich zügig und intensiv in die eine oder andere Richtung erfolgen.

Wie schon erwähnt rechne ich jedoch eher mit einem 25BP-Zinsschritt, was im folgenden wohl für enttäuschte Gesichter sorgen dürfte.


More to come...

Freitag, 14. September 2007

Kurzupdate

Insgesamt sehe ich zuwenig Ausschlaggebendes um den kurz-/mittelfristigen Ausblick in positiver Hinsicht zu überdenken.

Ich bleibe Short.

Bedenkenlos Short



Retail Sales
Faktorwert:-5
Relevanz:4
Industrie-Prod./Ausl.
Faktorwert:-2
Relevanz:4
Beim letzten Upmove zu Beginn vergangener Woche war mir noch deutlich unwohler. Die derzeitige Erholungsbewegung bietet meiner Meinung nach kaum Gefahr nach oben hin auszubrechen. Das Potenzial für weitere Avancen sehe ich klar begrenzt.

Zahlreiche Schlüsselindikatoren [Einzelhandelsumsätze, Import/Export-Preise, Industrieproduktion, Konsumentenvertrauen und Kapazitätsauslastung] werden heute publiziert, welche in der Summe erheblich mehr kurstreibende Kraft besitzen als die Arbeitsmarktdaten vor einer Woche.

Ich rechne insgesamt mit Indizien, welche auf eine zunehmende Konjunkturabschwächung - bei leicht erhöhtem Inflationspotenzial - hindeuten.

Es ist zudem wiederum davon auszugehen, dass die US-Notenbank im Zeitraum zw. 15:00 und 16:00 einige Milliarden in den Geldmarkt pumpen wird.


Konkrete Taktik/Handelsvorgaben:
Um 16:15 Uhr werde ich für mich über die weitere Positionierung entscheiden.
Einzig eine Kombination aus steigenden Aktiennotierungen bei mindestens stabilen Wirtschaftskennzahlen, geringen Inflationsanzeichen und mehr oder weniger ausbleibenden Geldmarkt-Interventionen, könnte mich davon abbringen Short zu bleiben.

Ein entsprechendes erstes Update erfolgt zw. 16:00-16:15 Uhr.


/edit1: 14:56 Retailsales +0.3% (negativ zu werten); Import/Export Preise unverändert (positiv zu werten)

/edit2: 15:19 Industrieproduktion +0.2%(-0.3% Manufacturing) (leicht negativ zu werten); Kapazitätsauslastung 82.2% (neutral zu werten)

/edit3: 16:03 Businessinventories +0.5% (leicht negativ zu werten); Konsumentenvertrauen (leicht positiv zu werten); Kaum Intervention seitens US-Notenbank

Donnerstag, 13. September 2007

Kurzupdate

Die Schweizerische Nationalbank erhöht die Zinsen und schafft damit echtes Vertrauen in den Zustand der hiesigen Wirtschaft.
Im Kontrast dazu pumpte die US-Zentralbank heute über 20 Milliarden via Offenmarkt in den illiquiden Geldmarkt, im Versuch die Symptome des Misstrauens einzudämmen. Eine Welt des "Schein-Vertrauens" wird auf diesem Wege krampfhaft vor dem Absaufen geschützt.

Dies dürfte einmal mehr unterstreichen, dass der SMI den S&P500 Index mittelfristig outperformen wird.

Kurzfristig halte ich an der Shortposition auch im SMI fest, da ich vorerst noch nicht davon ausgehe, dass die Bodenfindung abgeschlossen ist - weder für den einen noch den anderen Index.

Mittwoch, 12. September 2007

Selbstfindungsprozess dauert an...


JPY Carry-Trade Unwinding
Faktorwert:-4
Relevanz:6
Die Aktienindices dümpeln weiterhin relativ richtungslos durch die Gegend.

Für den Moment sehe ich weiterhin keinen Anlass für bahnbrechend kurstreibende Faktoren. Abgesehen von der latenten Dollarschwäche ist bis Freitag wohl eher Flaute angesagt.

Fühle mich mit meiner Shortpositionierung ziemlich wohl.

More to come...


/edit1: 15:42 Einmal mehr heftige Repo-Geschäfte seitens Fed bei weiterhin unbeeindruckten Aktienmärkten. Werte ich negativ.

Dienstag, 11. September 2007

Kurzupdate


Rede Bernanke
Faktorwert:-3
Relevanz:5
Für den Moment bleibt nicht viel anzufügen. Handelsbilanz bot wenig überraschende Informationen. Jedoch scheint Bernanke's Rede doch den einen oder anderen Marktteilnehmer zu verunsichern.

Für die derzeitige Positionierung seh ich keinen Handlungsbedarf.

Montag, 10. September 2007

Consumer Credit


Macro: Growing Spillover
Faktorwert:-3
Relevanz:4
Für mich sind die Zahlen zu den Konsumkrediten ein zusätzliches Indiz für die zunehmende Verschlechterung des US-Konjunktur. Ich gehe zudem davon aus, dass die Mehrheit der Marktteilnehmer dies ebenfalls so sieht...

Momentan wird eine FOMC-Zinssenkung von mindestens 25 Basispunkten von den Märkten eingepreist. Viele hoffen auf mehr...

Lender Of Last Resort...

In noch nie dagewesener Dauer und Intensität versuchen Notenbanken derzeit die Geldmärkte mit Liquidätit bzw. Vertrauen zu versorgen.
Demgegenüber stehen fundamentale Ungleichgewichte, die das aggressive Senken der Leitzinsen zur Gratwanderung machen. Inflationsdruck und Dollarschwäche sind Devisenschwäche, welche insbesondere der Fed den Handelsspielraum stark einengen.

Im Vergleich zu Krisen früherer Jahre zeugen die aktuellen Symptome von systemischer Ursachennatur. Es sind nicht isolierte externe Schieflagen, sondern strukturbedingt interne Schieflagen innerhalb der Vereinigten Staaten, welche fundamental von jedem einzelnen Teilnehmer des Credit-Lendings ausgehen.
Vom kleinen Hypothekennehmer bis hin zum grossen Globalplayer kämpfen sie alle mit den restriktiveren Bedingungen am Kreditmarkt.

Lediglich die Notenbank steht als scheinbar unverwundbarer Geldgeber freigiebig als Lender Of Last Resort als Backup zur Verfügung.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Massnahmen der Notenbanken früher oder später stets den gewünschten stützenden Effekt hatten. Insofern scheint es höchst unangebracht eine Bodenfindung der Kreditkrise ausgerechnet diesmal zu hinterfragen.

Persönlich schliesse ich nicht aus, dass die Finanzmärkte positiv reagieren auf die bereits geschehenen und noch anstehenden Liquiditätsspritzen. Entsprechend vorsichtig werden die Stop-Limiten in den kommenden Tagen kontrolliert.

Aus meiner Sicht müssten die Aktienmärkte in dieser Woche relativ intensiv auf die Interventionen der letzten 2 Wochen ansprechen.
Sollte sich die gegenläufige Tendenz in den kommenden zwei Wochen bis und mit FOMC-Meeting fortsetzen, deute ich dies als klares Indiz eines Vertrauensverlusts in die Bonität der US-Notenbank bzw. der Vereinigten Staaten insgesamt.

Es bleibt an dieser Stelle festzuhalten, dass die Entwicklungen im US-Dollar und S&P500 Index laufend genauestens auf negative Divergenzen hin überprüft werden müssen. Anzeichen rückkehrenden Vertrauens bzw. positive Reaktionen der Märkte auf aktive Repo-Geschäfte sollten folglich konsequent zur Schliessung der Short-Position genutzt werden.
Eine allfällige Long-Positionierung ist für diese Woche nicht auszuschliessen, da - abgesehen vom kommenden Freitag - planmässig kaum kurstreibende Events ausstehen.