Samstag, 4. August 2007

Anschnallen

Ich habe mich von den Stimmen anstecken lassen, die in den USA eine Zinssenkung fordern. Inzwischen bin ich ebenfalls überzeugt davon, dass eine Leitzinsreduktion um 25 Basispunkten das wohl wahrscheinlichste Szenario ist.

Man sollte nicht den Fehler begehen Ben Bernanke als zaghaft zu bezeichnen. Dieser Mann ist mehr noch als Alan Greenspan ein begnadeter Kenner der monetären Nachfragesteuerung. Wer die Musse hat, dem sei dieser Artikel zu empfehlen.

Fazit für nächste Woche?
Am Montag Shortpositionen schliessen. Ich werde wohl im SMI noch vor Mittag Flat (oder evtl Long) gehen. Im S&P500 Index voraussichtlich kurz nach Eröffnung.
Es bleibt dann abzuwarten, ob das Szenario einer Zinshoffnungs-Rally umgesetzt werden kann. Die Vorzeichen stehen nicht schlecht.

Weiteres folgt...

Freitag, 3. August 2007

Zinssenkung?

Nächste Woche wird die US-Notenbank einen deutlichen Schritt Richtung Zinssenkung machen. Das ist schon mal garantiert.
Senkt Sie die Zinsen? Vielleicht... eher nicht.

Ist das gut für die Märkte?
Gegenfrage... gibt es einen Marktteilnehmer, der an einer Biaslockerung der Fed zweifelt? Antwort: Nein, folglich eingepreist.

Fazit:
Bis Donnerstag Flat oder Short bleiben. Raum für einen Rebound ist höchstens wieder temporär gegeben.
Ich glaube wir werden nächsten Freitag deutlich tiefer stehen als heute.
Eine Überraschung der Fed könnte VIELLEICHT schlimmeres verhindern. Wäre da nicht der Moral-Hazzard.

Kurzes Brainstorming zum Verlauf der nächsten Woche...
- Earningseason neigt sich dem Ende zu. Wichtiges kommt seitens Unternehmen kaum.
- Montag: No Specialevents; Raum für Beginn eines Rebounds in den USA
- Ab Dienstag kommt wieder schweres Geschütz auf (Produktivität, Cons. Credit, Chainstoresales.
- Mittwoch: Tote Hose. Wenn Dienstag keine negativen Events/News bringt, Raum für Fortsetzung des allfälligen Upmoves
- Über der ganzen Woche schwebt Damoklesschwert der FOMC-Entscheidung
- Subprime/Mortage Thematik am Klimax?..möglich.
- Dollarschwäche?.. unklar
- China/Japan?.. höchst unsicher


Klarere Gedankenbildung im Weekly Eye Opener, der spätestens Sonntag-Abend fertig wird.


PS.. Eben aufgeschnappt in einem Forum..Ein Lacher für's Weekend.

Donnerstag, 2. August 2007

Suspekte Kursbewegungen...

Die gestrigen und heutigen Kursbewegungen kurz vor Börsenschluss in den US-Indices sind einigermassen suspekt. Speziell deshalb, weil keine besonderen Nachrichten zu diesen Bewegungen führten. Bewegungen, die auch nach Fed-Zinsentscheidungen nicht derart extrem und volatil ausfallen.

An der CBOE wurden Rekordumsätze gemessen. Vieles spricht dafür, dass sich die Marktteilnehmer in noch nie da gewesenen Extremen positionnieren. Schwindelerregend.

Ausgangslage...
Ich erwarte eine gleich gebliebene oder allenfalls leicht angestiegene Arbeitslosenrate (also zw. 4.5 und 4.6%). So oder so bleibe ich morgen Short in Erwartung, dass den Indices im Anschluss an die Zahlen die Luft wegbleibt - also der Rebound in den Staaten morgen ein jähes Ende nehmen wird. Jedoch werde ich mich morgen mit Sicherheit an meine oberen Limiten im SMI und S&P500 Index per Closing halten und allenfalls Flat gehen.

Etwas unsicher sieht die Lage an den Devisen-/Zinsmärkten aus. Scheinbar könnte es über Nacht zu erneuter Schwäche im Dollar kommen. Bei gleich bleibender Korrelation würde dies ein erneutes Ansteigen der Credit-Yield-Spreads zw. hoch und niedrig verzinsten Unternehmensanleihen führen.

Also eine grösstenteils unsichere Ausgangslage für die Eröffnug der Europäischen Indices morgen.

Mittwoch, 1. August 2007

Bodenfindung?

Nach den letzten beiden Handelstagen bleibt einmal mehr festzuhalten, dass gegen die zur Zeit vorherrschende Subprime-Thematik kaum eine andere Einflussgrösse ankommt. Positive Impulse vermögen bestenfalls kurzfristig kleinere Rebounds auszulösen.

Persönlich bin ich froh über den heutigen Upmove und hoffe, dass die freundliche Stimmung die Nacht hindurch anhält, um morgen die fälschlicherweise eingegangene SMI-Longposition einigermassen unbeschadet schliessen zu können, bzw. allenfalls Short zu gehen.

Wie weiter?...
Nachwievor scheint sich die "Kredit-Krise" - gemessen an der Nachrichtenlage - zu verschärfen. Entsprechend nervös zeigt sich die Entwicklung an den Aktienmärkten.
Seit gestern bin ich mir jedoch nicht mehr so sicher, ob sich die (in)direkten Kollateralschäden der Subprime-Geschichte für die globale Realwirtschaft in Grenzen halten werden oder nicht.

Falls die negative Wahrnehmung des Creditcrunchs in diesen Wochen einen Boden finden kann, dürfte die momentane Konsolidierung den Anfang einer Kursrally bilden. Dieses Szenario scheint mir unwahrscheinlich - jedoch möglich, angesichts ausbleibender sichtbarer Vertrauensverluste seitens Konsumenten und Unternehmerschaft.
Die derzeitige Krise scheint also nachwievor mehr oder weniger isoliert auf eine Neubewertung der Risiken von Fremdverbindlichkeiten niedriger Bonität.

Fazit...
Persönlich beobachte ich die Spreads zwischen hoch und moderat verzinslichen Anleihen. Desweiteren sind die Devisenmärkte gute Stimmungsindikatoren neben den Aktienmärkten selber.
Dazu bleiben die Intensität der Kursbewegungen gemessen am Momentum, Marktvolumen und Marktbreite zu beäugen.
Kurstreibende Events (News, Makro-Publikationen, etc) bleiben jedoch die wichtigsten Entscheidungsgrundlagen für das Abschätzen des weiteren Geschehens an den Finanzmärkten.

Für's erste bleibe ich im S&P500 Index Short. Im SMI wird im Verlauf des morgigen Tages die Long-Position geschlossen bzw. eine neue Short-Position eröffnet.

Lessons learned - Vol. 1

Existiert ein vorherrschendes Thema [Subprime-Worries], welches den mittelfristigen Trend [sinkend] übergeordnet beeinflusst, sind kurzfristige Spekulationen [wie gestern um 16:00] gegen den Trend aufgrund von einmaligen Events [positives Konsumentenvertrauen] tunlichst zu unterlassen.

Umso gefährlicher ist es, sich gegen den dominierenden mittelfristigen Trendverlauf [sinkend] selektiv an einem Event [Konsumentenvertrauen] festzuklammern, da allfällige andere Events [Construction Spending negativ + Chicago PMI negativ] bzgl. Einflussintensität schwerer wiegen können.

In [] die konkreten Umstände der gestrigen Falsch-Positionnierung.

Dienstag, 31. Juli 2007

Komplett selber verarscht...

Aber selber schuld. Der heutige Tag hat mich glatt ins Abseits getrieben.
Fixiert auf die Zahlen zum Konsumentenvertrauen liess ich mich stur - und das gegen den eigentlich erwarteten mittelfristigen Trendverlauf - von meiner selektiven Wahrnehmung in eine Longposition treiben.
Meine Annahme, dass das Konsumentenvertrauen dermassen marktbestimmend sein muss, liess mich um 16:00 völlig konsterniert eine Longposition aufbauen. Ich konnte mich nur langsam besinnen und die Gedanken von dieser Zahl lösen, bis ich mich dann 3 Stunden später rückbesinnen konnte auf das eigentlich entscheidende.
Leider zu spät um eine Umpositionnierung im SMI ebenfalls vornehmen zu können - dazu morgen noch Feiertag bei den Eidgenossen. Das schmerzt.
Bleibt mir nur zu hoffen, dass morgen die Volatilität etwas abnimmt, um den Fehler auch im SMI mit einem blauen Auge ausbügeln zu können.

Temporär Long

Wider Erwarten paradox starke Zunahme im US-Konsumentenvertrauen zwingt zur verübergehenden Long-Positionnierung.

/edit:
Der eilige Wechsel von Short auf Long mag etwas gar unbedacht gewesen sein. Denn dem extremen Anstieg im Konsumentenvertrauen stand ein extremer Rückgang im Einkaufsmanager-Index gegenüber.

Es bleibt an dieser Stelle zu sagen, dass die Reaktion der Märkte dennoch eher positiv zu werten ist. Offensichtlich wird aber auch, dass die Situation bzgl. Liquidität weiterhin angespannt bleibt.

Seitens High-Yield-Spreads hat sich die Lage leicht entspannt, wobei die entsprechenden kurzfristigen Entwicklungen an den Devisenmärkten einigermassen widersprüchlich sind.

Ich für meinen Teil glaube jedoch, dass die heute publizierten Zahlen den Märkten noch etwas Auftrieb verleihen werden. Eine erneute Short-Positionnierung ist jedoch nur eine Frage von Tagen - nicht von Wochen.

Montag, 30. Juli 2007

Vertrauensfrage...

Obwohl im Verlauf des heutigen Tages verursacht durch Yen-Stärke kleinere Carry-Trade-Ängste aufkamen, kam es - dank sonst ausbleibenden Störfeuern - wie erwartet zum Rebound in den USA. Dieser verhalf den Europäischen Börsen den Selloff vom letzten Freitag Abend besser zu verarbeiten. Sun Microsystems hat nachbörslich zudem noch Ergebnisse publiziert, die ziemlich positiv ausfielen. Entsprechend konnten die US-Futures nach Börsenschluss in den Staaten noch etwas zulegen.

Der morgige Tag wird - zumindest für mich - über die Positionnierung für den Rest der Woche entscheiden.
Um 14:30 werden Daten zu den persönlichen Einkommen/Ausgaben veröffentlich und im gleichen Dataset die Information zur Kerninflation (PCE) für den Monat Juni. Sollte die vielseits beachtete PCE-Zahl unter 1.9 zu liegen kommen, werde ich meine Shortpositionen für S&P500 und SMI schliessen.

Noch viel wichtigere Daten erscheinen mit dem US-Konsumentenvertrauen um 16:00.
Die Krise im Subprime-Markt liess die Finanzmärkte bis anhin noch relativ kalt, weil die weit verbreitete Meinung vorherrscht, dass die Folgen auf die Volkswirtschaft minim seien.
Gemessen am Konsensus wird für Juli sogar mit einem leichten Anstieg des ConsumerConfidenceIndex gerechnet.

Auch wenn man davon ausgeht, dass ein leichter Rückgang des Vertrauens in den aktuellen Notierungen eingepreist ist, hätte ein deutliches Abgleiten meiner Meinung nach enorme Signalwirkung, welche die Stimmung an den Märkten nochmals gewaltig verdüstern würde.

Ich rechne mit einem Index-Stand für Juli von maximal 103 (Juni: 103.9). Sollten die Zahlen meinen Erwartungen entsprechen werde ich mich erneut/weiterhin Short positionnieren - und zwar egal wie die Märkte auf die Zahlen im ersten Moment reagieren.

Falls es wider Erwarten nicht zum Einbruch im Konsumentenvertrauen gekommen ist, müsste man sich tatsächlich ernsthaft überlegen, ob die These vom erheblichen Einfluss der Housing-Krise auf die US-Wirtschaft weiterhin relevant ist.
Eine deutliche Fortsetzung des heutigen Kursanstiegs könnte dann sehr rasch erfolgen und würde den S&P500 Index im weiteren womöglich in Rekordzeit wieder über die 1500er-Marke befördern bzw. den Märkten einiges an Zuversicht zurückgeben. Eventuell würde ich mich im Vorfeld eines solchen Mini-Blowoffs temporär Long positionnieren.