Dienstag, 28. August 2007

FOMC Meeting Protokoll...


Einfluss-Beurteilung
Thematik:Sentiment
Faktorwert:-3
Relevanz:4

Hier der Link: FOMC Minutes

Das Protokoll wurde um 20:00 Uhr publiziert und war der Auslöser für die beschleunigte Abwärtsbewegung in den US-Indices.


Die Marktteilnehmer wurden beim Durchlesen des Dokuments offenbar daran erinnert, dass die Fed an den Leitzinsen nichts verändern wird, solange die Aktienmärkte so tun, als wären die Zinsen schon um 50 Basispunkte gesenkt worden.


Oder ganz simpel formuliert... Die Märkte sind im Wechselspiel zwischen Antizipation und Bezweifeln einer allfälligen Zinssenkung.
Je höher die Notierung, desto unwahrscheinlicher eine Zinssenkung... fallende Kurse. Je tiefer die Notierungen, desto wahrscheinlicher eine Zinssenkng.. steigende Kurse.

Folglich ist es an der Zeit davon auszugehen, dass der Greenspan-Put bis auf weiteres ausgedient hat.

Downmove erwartet


Einfluss-Beurteilung
Thematik:Event
Faktorwert:-4
Relevanz:6
Einfluss-Beurteilung
Thematik:Technik
Faktorwert:-8
Relevanz:6

Ein starker Rückgang im US-Konsumentenvertrauen wird zwar bereits erwartet - und dürfte auch entsprechend bereits eskomptiert sein.
Ich rechne jedoch damit, dass die Zahlen trotzdem zu einem Durchbruch des kurzfristigen Aufwärtstrendes nach unten führen dürften. Bzw. die Rising-Wedge/Flag ein Ende findet.

Hinzu kommt, dass seitens Kreditkrise mit der Publikation der Kreditkarten-Defaults zusätzlich Negativmomentum in die Märkte kommen könnte.

Ganz grundsätzlich glaube ich sehr stark, dass die Luft nach oben sehr limitiert ist.

Deshalb neu Short SMI. Eine entsprechende Positionierung im S&P500 erfolgt zw. 15:30 und 16:00 Uhr.

/edit1: 15:42 S&P500 Index ebenfalls wieder Short.

Auf der Lauer...

Zur Zeit überlege ich mir den Neuaufbau einer Shortposition.
Die um 16:00 Uhr anstehenden Wirtschaftsindikatoren werden im Vorfeld noch abgewartet.

Momentan sieht es jedoch ganz danach aus, als würde die temporäre Kursrally heute - zumindest für's erste - ein Ende finden.

/edit1: 13:48 Shortposition wird im SMI und S&P500 Index bereits im Vorfeld der Zahlen zum US-Konsumentenvertrauen neu aufgabaut. More to come...

Montag, 27. August 2007

Ausgangslage

Mit gemischten Gefühlen habe ich heute getan, was ich eigentlich schon am 17. August hätte tun müssen. Flat gehen.
Neutral positioniert lässt sich die momentane Ruhe einiges unbeschwerter betrachten.

Nach wie vor erachte ich die Kreditkrise als sehr schwerwiegend. Diese Thematik wird meiner Meinung nach noch für Monate im negativen Sinne kurstreibend bleiben.
Momentan werden die Anleger jedoch verschont von konkreten Fallbeispielen gefallener Liquiditätsopfer.
Dazu kommt, dass seitens Wirtschaftszahlen ebenfalls wenig bahnbrechendes an die Öffentlichkeit gelangt. Vereinzelte Indikatoren zeugen zudem weiterhin von einer einigermassen stabilen Verfassung der US-Wirtschaft.

Gemessen am verhältnismässig äusserst niedrigen Handelsaufkommen, scheinen vorallem Investoren kleinerer Kapitalklasse in den aktuellen Notierungen günstige Einstiegsniveaus zu sehen. Man fühlt sich zuweilen zudem auf der sicheren Seite, in freudiger Erwartung eines Zinsschrittes der Fed im September.
Die US-Notenbank ist ausserdem schier täglich sehr grosszügig mit ihren Offenmarkt-Transaktionen.

Für mich ist auf dem aktuellen Niveau zwischen 1470 und 1500 im S&P500 Index nach oben der Deckel zu. Es braucht angesichts der Fragilität im Marktgefüge nur den Hauch eines negativen Ereignisses, um Umsätze plus Volatilität wieder explodieren zu lassen.

Insofern beobachte ich das Geschehen relativ eng und positioniere mich wieder Short, sobald entweder seitens Kreditkrise oder sonstiger exogener Einflüsse der gegenwärtige Aufwärtskanal nach unten durchbrochen wird.
Auch ohne nennenswerte Einflussgrössen würde ich den Ausbruch aus dem aktuellen kurzfristigen Aufwärtstrend als negatives Zeichen sehen, was mir perse für eine neuerliche Shortposition reichen würde.
Die dazugehörigen News würden durch einen solchen Downmove von alleine generiert.

Mal abwarten...

Kurzupdate

Einfluss-Beurteilung
Thematik:Event
Faktorwert:-1
Relevanz:2

Besser als erwartete Zahlen zu [Existing Home Sales] bei stabilen Notierungen der US-Indices bis 16:30 würde ich zu Anlass nehmen meine Shortposition zu schliessen und Flat zu gehen.

/edit1: 16:56 Zahlen sind relativ neutral ausgefallen. Märkte ebenfalls kaum beeindruckt. Shortposition wird aufgelöst für SMI und S&P500 Index. Vorerst Flat.

Sonntag, 26. August 2007

Existing Home Sales

Einfluss-Beurteilung
Faktorwert:-7
Relevanz:6

Ein weiterer Rückgang der Verkäufe existierender Häuser ist meiner Meinung nach wahrscheinlich, jedoch nicht besonders ausschlaggebend.
Wichtiger scheint mir, ob der Durchschnittspreis verkaufter Häuser im Juli erneut zugenommen hat.
Dies wäre ein Indiz dafür, dass zunehmend auch höhere Vermögens/Einkommens-Schichten der US-Bevölkerung in einer Finanzierungsschieflage steckt, bzw. auf die Liquidation der Vermögenswerte angewiesen ist.

Es besteht für mich weiterhin kaum Zweifel daran, dass der Einbruch im US-Immobilienmarkt noch keinen Boden gefunden hat.

Insofern sehe ich in diesen - und kommende Woche zusätzlich anstehenden - Zahlen auch den Grund, weshalb ich mich mit der Auflösung meiner Shortposition sehr schwer tue.

Liquidity: Minsky-Moment

Einfluss-Beurteilung
Faktorwert:-9
Relevanz:8

Rückblickend auf die letzten Jahrzehnte konnten sämtliche negativen Einflussfaktoren - nicht einmal die Schocks von 1998 und 2001 - dem langfristigen Aufwärtstrend der US-Börsen (in USDollar bewertet) nichts anhaben.
Das wachsende Vertrauen der Marktteilnehmer in die schützende Hand der Zentralbanken, hat zu einem historisch einmaligen Rückgang der Risikoaversion geführt. Der Grad an Verschuldung und 'Leveraging' hat in der selben Zeit entsprechende Höchststände erreicht.
Fehlende Regulierungs- und Selbstschutzmechanismen haben zusätzlich dazu beigetragen, dass sich breite Teile der US-Bevölkerung immens verschuldeten, basierend auf der Erwartung endlos ansteigender Vermögensanlagebewertungen.

Die Charakterisik des gegenwärtigen 'Minsky-Moments' hat sich anfänglich durch das Implodieren des Hypothekenmarkts geäussert, welcher im folgenden zu ansteigenden Spreads zwischen Zinsen hoch- und minderwertiger Schuldbonität geführt hat.

Zur Zeit findet die Neubewertung von Risiken vornehmlich in den Märkten für Leveraged Buy-Outs (LBO) und Unternehmensanleihen statt. Ein nahes Ende dieser Korrekturphase ist - trotz helfender Hand der US-Notenbank - nicht in Sicht.

Hyman Minsky unterschied in seinen Ausführungen zwischen drei Kategorien von Schuldnern.

1) Gesunde Schuldner, welche Ihre Schuldzinsen und die effektive Schuldrückzahlung durch den eigenen Cashflow entgelten können
2) Spekulative Schuldner, welche lediglich die regelmässigen Schuldzinsen durch den eigenen Cashflow decken können. Diese sind im weiteren auf liquide Kapitalmärkte angewiesen, um am Ende der Laufzeit die Schulden durch einen 'Roll-Over' refinanzieren zu können.
3) 'Ponzi-Borrowers' welche weder die Schuldzinsen noch die effektive Schuldrückzahlung gewährleisten können. Solche Schuldner niedrigster Bonität sind auf ständig steigende Preise der fremdfinanzierten Anlagen angewiesen, um den wachsenden Schuldenberg refinanzieren zu können.

Ein Grossteil der US-Hypothekennehmer ('Ponzi-Borrowers') scheint - angesichts sinkender Immobilienpreise und steigender Hypothekarzinsen - bereits das Zeitliche gesegnet zu haben. Es muss davon ausgegangen werden, dass dieser Säuberungsprozess noch keinen Boden gefunden hat.
Durch die rasant steigende Kreditausfallsquote sind entsprechend zahlreiche Gläubiger in Schieflage geraten, welche ihrerseits wiederum Schuldner bei übergeordneten Kreditgeber höherer Bonität sind.
In diesem Kontext ist zu erwähnen, dass bereits die meisten kleineren und mittleren Gläubiger der 'Ponzi-Borrowers' aus dem Markt geschieden sind. Grosse Fremdfinanzierer wie Countrywide kämpfen derzeit noch mit dem Überleben.

Parallel dazu führen die Ausfälle zu weiteren Kettenreaktionen, da Gläubiger wie Countrywide auch gleichzeitig Schuldner bei Kreditgebern hoher Bonität sind.

Was wir zur Zeit sehen, ist eine Verknappung der Liquidität aufgrund zunehmend wachsenden Misstrauens.
Es ist noch nicht absehbar, inwieweit diese Kreditausfälle an der Bonität qualitativ hochwertiger Unternehmen/Geldgebern kratzen werden.


Ich rechne in hohem Masse mit einer weiteren Verschärfung der Kreditkrise und einer schmerzhaften Schuldendeflation.
Als Konsequenz dieser Erwartungshaltung rechne ich mit heftigen Zinssenkungsschritten bis zum Ende dieses Jahres, bevor es zu einer nachhaltigen Beruhigung der Situation an den Finanzmärkten kommen kann.

Es ist für mich im weiteren nicht auszuschliessen, dass die US-Notenbank an Glaubwürdigkeit verliert, bzw. das Vertrauen in die Bonität der Vereinigten Staaten auf tönernen Füssen steht. Ich würde selbst einen Staatsbankrott der USA nicht gänzlich ausschliessen.