Donnerstag, 1. November 2007

Fed in Bedrängnis

Was noch im Sommer diesen Jahres von den Optimisten prognostiziert wurde, scheint sich zu bewahrheiten...

Die Subprime-Krise offenbart tatsächlich mehr oder weniger isolierte Symptome im Housing/Kredit/Banken-Bereich, welche den Konsum und das Gros der restlichen Industrie nur am Rande tangiert.

Während kreditlastige Bereiche schwieriger Risikoprofile leiden, zelebriert die Gesamtwirtschaft sogar eine Beschleunigung der Wachstumsraten.


Was unterm Strich - gemessen am BIP - die beste aller Welten zu sein scheint, etabliert sich für die US-Notenbank als Horrorszenario...

Die geschüttelten Kreditnehmer ächzen nach weiteren massiven Zinssenkungen. Dem gegenüber steht eine - zumindest vordergründig - boomende Wirtschaft, welche angesichts steigender Inflationsrisiken eher eine restriktivere Geldpolitik erfordern würde.

Die Fed steht folglich mit dem Rücken zur Wand. Sie wird sich über kurz oder lang entscheiden müssen, ob sie die Inflations- oder Rezessionsrisiken in Schach halten will.


Der vorherrschende Zustand ist geprägt von mehreren gravierenden negativen Rückkopplungs-Systemen. Im Endeffekt wird dem Lender of Last Resort jeglichen Handlungsspielraum entzogen sein.


Für mein Dafürhalten ist der weitere Verlauf über die nächsten Monate hinweg besser antizipierbar als je zuvor...

Ich erwarte eine moderat schwächer tendierende Realwirtschaft bei leicht zunehmenden Inflationsrisiken und eine Akzentuierung der Krisensymptome im Kreditmarkt, da vorerst der Bernanke-Put nicht greift.

In der Folge stark fallende Aktienmärkte führen perse zu einem Zuwachs der Legitimation weiterer Leitzinssenkungen. Dem gegenüber stehen steigende Inflationsrisiken.
Folglich ist die Intensität kommender Notierungsrückgänge davon abhängig, wie gross die Legitimationsüberkompensation gegenüber des Inflationsdrucks und Dollarschwäche sein muss.


Fazit:
Für den Moment erlauben Aktiennotierungen, US-Dollar und Inflationsrisiken keine weiteren Zinssenkungen.
Der Bernanke-Put greift deshalb vorerst nicht, was wiederum dazu führt, dass die Aktienmärkte durch die Symptome der Kreditkrise stark fallen dürften, da in nächster Zeit nur schwache Dämpfungseffekte durch die Bailing-Out-Hoffnung erwartet werden können.